Dju Su

System

Bei der Kampfform Dju Su handelt es sich um ein modernes chinesisches Selbstverteidigungssystem, welches vergleichbar ist mit dem japanischen Jiu Jitsu. Dju Su hat, wie viele andere asiatische Kampfsportarten, seinen Ursprung in China. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen traditionellen chinesischen Stil, sondern um ein nach allen Seiten offenes Kampfkunstsystem. Dies bedeutet, daß sich das Dju Su nicht auf nur eine Art des Kämpfens beschränkt, wie es z. B. im Judo der Fall ist, wo ausschließlich Würfe, Halte- und Würgegriffe angewandt werden. Im Dju Su ist eine große Technikvielfalt wiederzufinden, welche Wurf-, Tritt-, Schlag-, und Hebeltechniken beinhaltet. Weiterhin bedient sich das Dju Su an Techniken aus anderen Kampfsportsystemen, dadurch kann es ständig erweitert, verbessert und den Interessen des Individuums angepasst werden. Da es somit keinerlei Einschränkungen gibt, ist Dju Su ein für die Selbstverteidigung hervorragend geeignetes Kampfsystem. Traditionelle Formen (Kata) sind kein fester Bestandteil dieses Systems.


Historie

Das Shaolin Kempo und das Chan Shaolim Si wurde in Europa von dem in den Niederlanden lebenden Prof. Dr. phil. Dr. T.C.M. Sifu Tse Dshero Khan Chen Tao Tse, durch die Annahme der niederländischen Staatsbürgerschaft Gerald Karel Meijers, eingeführt. Sifu Tse wurde am 28.August 1928 in Ulan Buhar (Mongolei) als Prinz Ganjuuryn Dshero Khan im Adelsgeschlecht der Bordschiggin geboren. Seine Ahnenreihe geht bis auf den legendären Dshingis Khan zurück. Seine Abstammung wurde im Jahre 1991 von der mongolischen Regierung bestätigt und anerkannt. Er wuchs allerdings elternlos in einem indonesischen Waisenhaus auf.

Er lebte in seiner Jugend in verschiedenen Klöstern und studierte die Kampf- und Kriegskünste China's, in Shaolin erlernte er bei dem Mönch Tao Tze, Qi Gong, im Hsi Lin Tempel studierte er die chinesischen Klassiker und die traditionelle chinesische Medizin, im Kloster Hiap Thien Kiong die Kampfkünste Chuan Su und Wu Tang, bis zur Meisterschaft. Sifu Tse wurde als Jugendlicher von dem holländischen General, Cornelius Meijers adoptiert und lebte in den unterschiedlichsten Garnisonen der Stationierung seines Adoptivvaters. Er kam dort mit den verschiedensten Kampfkünsten in Berührung und konnte so die vielfältigen Prinzipien studieren.

Teile seiner Ausbildung erfuhr er im Kloster Hiap-Thien-Kiong durch den Mönch Tu Se Peng Tijing. Dshero Khan war für rund 15 Jahre direkter Schüler des Yamaguchi Gogen ("The Cat"), ein bedeutender Meister des Goju Ryu Karate. Im Koreakrieg erlernte er Poh-chi und Tae Kwon Do. In den 50er Jahren kamen die beiden Indochina-Veteranen Sifu Tse und dem schon 1974 verstorbene Kun-Tao Meister Carl Faulhaber nach Holland zurück und begründeten das Shaolin Kempo. Sifu Tse entwickelte das Chan Shaolin Si, das Dju-Su und das Kong Soo Tao. Das Studium des Chan Shaolin Si setzt sich in erster Linie während der ersten Jahre aus den statischen Prinzipien, der Grund- oder auch Laufschule, den Formen, Hauptform ist der Drachenstil, den Partnerübungen, Pokkets und dem Dju Su, der Selbstverteidigung zusammen. Der Begriff Chan Shaolin Si entstand am Ende der 70er Jahre, vorher wurde andere Formulierungen wie Wu-Shu, Shadlim Si, Shaolin Kung-Fu oder Nord Shaolin verwendet. Der wohl treffenste Name ist nach wie vor Drachenstil, in den meisten englischsprachigen Publikationen wird auch heute der Begriff Dragon-Style benutzt. Dshero Khan unterrichtete in den 60er und 70er Jahren unter anderem die CIA, die Fremdenlegion, die deutsche Polizei und die GSG 9.

Weitere Bilder von Sifu Meijers:
Bild 1
Bild 2


Die Kunst und der Weg

In der Zivilisation des Altertums, von denen sich im Fernen Osten lebendige Zeugnisse erhalten haben, mündeten die traditionellen Künste in den Weg, auf dem der Mensch in einer langen und schwierigen Lehrzeit tiefe Erfahrungen mit der Wahrheit und mit sich selbst machen kann. Nach und nach entdeckt der Lernende die Gesetze der feinstofflichen Kräfte, aus denen das Leben gewoben ist. Er lernt, dass die Qualität seiner Werke von der Entfaltung seiner eigenen Qualitäten abhängt - von dem, was er ist. Seine äußerliche Arbeit wird zum Ausdruck seiner inneren Wandlung.

Im Ignorieren ebendieses Zusammenhangs liegt der Ursprung des Missverständnisses, bei Kung-Fu handle es sich schlicht um den »chinesischen Boxkampf«. Die Kunst des »Kampfes mit bloßen Händen« wird in China als Quanshu, »Kunst des Faustkampfes«, bezeichnet. Kung-Fu meint die bewusste Anstrengung, das ausdauernde Arbeiten zur Schaffung eines Kunstwerks oder das Trainieren zur Erlangung von Selbstbeherrschung. Die erwähnte Verwirrung resultiert also aus einem Nichtwissen um die in China selbstverständliche und enge Verbindung von Kampfkünsten und dem Streben nach menschlicher Vervollkommnung. Der Begriff Kung-Fu ist keineswegs auf den Bereich der Kampfkunst beschränkt. Vielmehr dient er der Beschreibung des Niveaus, das Menschen auf ganz unterschiedlichen Gebieten erreichen können. Will man in China etwa zum Ausdruck bringen, dass ein Kalligraf eine Arbeit von hoher Qualität ausgeführt hat, sagt man, sein Kung-Fu sei sehr »fortgeschritten«.

In Japan gibt es den »Weg der Kalligrafie« (Shodo), den »Weg der Teezeremonie« (Chado), den »Weg der Blumensteckkunst« (Kado), kurz: einen Weg für jede traditionelle Kunst. Die Kampfkunst bildet hier keine Ausnahme: Budo bezeichnet den abschüssigen Pfad, der sich bis ins »Herz der Kampfkünste« schlängelt. Dieser Weg des Kampfes ist ein mühsamer. Die Präsenz des Gegners erfordert die volle Präsenz des Selbst auch in der kleinsten Bewegung, da diese über Leben und Tod entscheiden kann. Ein minimaler Mangel an Konzentration, eine Unstimmigkeit zwischen Geist und Körper erweisen sich im wirklichen Kampf als unverzeihlich - und auch im Training als nicht risikolos. Schnell entdeckt man, dass der gefährliche Gegner nicht von außen kommt, sondern in einem selbst liegt. Der Begriff »Weg des Kampfes« erfährt also noch eine andere Wendung.

Fauliot, P.: Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen, Wilhelm Goldmann Verlag: München, 2003


Training

Das Training beinhaltet einen Konditionsteil, welcher am Anfang eines jeden Trainings zum Aufwärmen, Kräftigen und Dehnen des Körpers durchgeführt wird. Weiterhin werden Grundelemente wie Bewegungs-, Schlag-, Tritt-, Hebel-, Wurf- und Falltechniken vermittelt, was notwendig ist, da diese Techniken später in Kombination als Abwehrtechnik Anwendung finden. Zusätzlich werden diverse Kampftechniken am Partner sowie an Pratzen und im Freikampf geübt. Durch regelmäßiges Training wird die körperliche Verfassung gesteigert, die Konzentrations- sowie die Koordinationsfähigkeit verbessert und die innere Ruhe intensiviert. Weitere Trainingsinhalte sind Atem- und Meditationsübungen sowie die theoretische Auseinandersetzung mit philosophischen Aspekten der asiatischen Kampfkünste.



Unser Freitagstraining findet in der Sportschule Hennef statt, die als Bundesleistungszentrum für Boxen, uns optimale Trainingsbedingungen bietet. Neben zwei Wettkampf- und zwei Trainingsringe stehen uns dort noch diverse Trainingsgeräte wie Sandsäcke und Schlagbirnen zur Verfügung. Diese Halle ist nach den modernsten sportfachlichen Gesichtspunkten ausgestattet und somit sind optimale Trainingsbedingungen gewährleistet. Hier trainieren wir ausschließlich das chinesische Freikampfsystem Sanshou/Sanda. Zu den Trainingseinheiten gehören Sparring und Gerätearbeit. Bitte entsprechnede Schutzausrüstung mit zum Training bringen.



Unsere Trainingszeiten und -orte für Kung Fu Dju Su findet Ihr HIER!!!


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Erfolge

Deutsche Meisterschaft in Kung Fu Dju Su

Jahr Name Platzierung
1989 Wolfgang Kamps 1. Platz
Hans Kaufer 2. Platz
Demo-Team 1. Platz
1990 Hans Kaufer 1. Platz
Wolfgang Kamps 2. Platz
1991 Christian Grüneberg 1. Platz
Sabine Rickes 1. Platz
Andreas Zizke 2. Platz
1992 Michael Imbach 2. Platz


Prüfungsprogramm

Prüfungsprogramm für Kung Fu Dju Su nach den Prüfungsrichtlinien der Deutschen Wushu Federation e. V.

Prüfungsprogramm für Kung Fu Dju Su zum downloaden! (PDF-Format)

Schülergrad 5. Tije 4. Tije 3. Tije 2. Tije 1. Tije
Vorbereitungszeit (Monate) 4 5 6 8 10
Prüfungsvorbereitungslehrgänge 1 1 2 2 2
Grundschultechniken
Falltechniken 3 6 7 8 10
Ausweichmöglichkeiten mit Block- oder Weiterführungstechniken 2 4 6 8 10
Faust-, Hand- und Ellenbogentechniken 6 8 10 12 14
Faust-, Hand- und Ellenbogentechniken in Kombinationen 2 3 4 5 6
Fuß-, Bein- und Knietechniken 4 6 8 10 12
Fuß-, Bein- und Knietechniken in Kombinationen 1 2 3 4 5
Arm- und Beintechniken in Kombination 1 2 3 4 5
Wurftechniken 3 5 7 8 10
Wurfkombinationen/Konterwürfe 1 2 4 5 6
Hand-, Arm- und Schulterhebel 3 4 6 8 10
Fuß- und Beinhebel 1 2 3 4 5
Würgetechniken 2 4 5 6 8
Festlegetechniken 2 3 4 5 6
Abführtechniken 1 2 3 4 5
Freie Abwehrtechniken
Hand-/Armfassen 2 3 4 6 8
Revers-/Kragenfassen 2 3 4 5 6
Haarefassen 1 1 2 3 4
Würgen 2 4 6 8 10
Brust-/Kopfumklammerung/Nelson 2 4 5 6 8
Stock 2 4 6 8 10
Messer 1 2 3 4 6
Pistole - - 1 3 5
Faustangriffe 2 4 6 8 10
Fußangriffe 2 4 6 8 10
Sonstige Angriffe 1 2 3 4 5